ERDÄPFELGULASCH


2018 war ein wahnsinnig heißes Jahr, sagen die Medien. Deshalb gibt es heuer in Österreich kaum Erdäpfel, sagen die Medien. Der Drahtwurm sei schuld, sagen die Medien.

Nun gut, der Sommer war wirklich heiß. Ich erinnere mich noch gut an die durchgeschwitzten T-Shirts und Hosen. Eigentlich könnte mir eine große Mineralwasserfirma ein Dankeschön schicken - war sicher unter den Top-10-Kunden.

Während die Bauern in Wien demonstrieren, da wir in Österreich nichts gegen den Drahtwurm machen dürfen, fällt mein Blick fällt auf mein Erdäpfellager, das sich noch gut gefüllt präsentiert. Also sehe ich kein Problem. Und den Herrn Drahtwurm kenne ich ohnehin nicht persönlich.

Zwei Wochen später ärgere ich mich über die ersten schwarzen Erdäpfel. Achso, der Drahtwurm ist es. Weitere zwei Wochen laufe ich verweifelt mindestens jeweils fünfmal über je drei Wiener Märkte und staune nicht schlecht: es gibt keine Erdäpfel. Zumindest keine aus Österreich. Und aus dem Ausland auch nur wenige. Somit gab es in den letzten Tagen Tiger-Reis, Nudeln und Semmelknödel. Nur überall passen diese Beilagen nicht wirklich dazu.

Gestern waren wir bei einem Erdäpfelbauern in Niederösterreich. Er hatte noch ganz wenige Säcke. Aber jetzt ist mein Lager wieder aufgefüllt. Schön schmutzig, erdig und echt. Und hoffentlich ohne Drahtwurm.

Und so musste ich heute gleich ein Erdäpfelgulasch machen.

Zutaten: (war für 2 Personen, die großen Hunger hatten)

  • 6 mehlige, geschälte Erdäpfel (sorry vergessen abzuwiegen, waren aber mittelgroß)
  • 1 Karotte - geputzt (ist untypisch, war aber noch da)
  • 4 Jungzwiebel - geputzt (natürlich geht auch normaler Zwiebel)
  • Knoblauch - geschält
  • Paprikapulver (je nach Geschmack mild oder feurig)
  • Essig von der Essigmanufaktur Oswald/Schaffer - Hatte Apfel-Schnittknoblauchessig gerade offen
  • Majoran
  • Kreuzkümmel
  • Pfeffer
  • Wasser
  • Speck
  • Als Wursteinlage hatten wir Pusztawürstel (es gehen aber auch Frankfurter, Braunschweiger, Wurstreste)

Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden. Karotte und Erdäpfel würfeln.

Sodann Zwiebel und Knoblauch in Öl anschwitzen. Wenn die beiden glasig sind, den Speck dazu.

Alles etwas rösten, dann Paprikapulver dazu und kurz mitrösten. Danach mit einem Schuss Essig ablöschen. Erdäpfel, Karotte und Gewürze dazu. Alles mit Wasser aufgießen und rund 20 Minuten stärker köcheln lassen.

Inzwischen gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die Würstel nach Wahl extra warm machen
  • Die Würstel/Wurst nach Wahl klein schneiden und zu dem Eintopf geben

Dann zurück drehen und nochmals rd. 20 Minuten leicht köcheln lassen.

Inzwischen den Tisch decken und den Herren des Hauses zu Tisch rufen.

Wer noch möchte kann dazu noch Weißbrot oder eine Semmel essen. Wir hatten kleine Baguettes, da diese vom Vortag noch übrig waren.

Ein Schöpfer nach dem anderen wurde genommen. Und schwupps war der Topf schon leer.

Wir wünschen MAHLZEIT!!!