Hühnerunterkeulen mit Risi-Pisi und grünem Salat


Das habe ich nun davon. Als bekennende Angebotskäuferin haben mich die 2 Packungen Hühnerunterkeulen regelrecht um Adoption angefleht.

Und nun sitze ich da und überlege. Was mache ich als Köchin, die lieber überall anders ist, als in der Küche mit den Kleinen. Ab zum Computer und googeln. Die Auswahl an Rezepten ist unendlich wie das Universum. Die Entscheidungsfreudigkeit nimmt mit jedem weiteren Rezept ab. Die einen dauern zu lange, die anderen verstehe ich nicht einmal im Ansatz. Und für die meisten fehlen mir noch Zutaten. Der Blick aus dem Fenster mitten in den niederprasselnden Gewitterregen beflügelt meine Phantasie. Ich will da nämlich nicht raus, sonst bin ich pitschnass. Also schauen wir mal, was sich in der Zauberküche noch finden lässt.

Zutaten:

  • 16 Hühnerunterkeulen
  • Etwas Olivenöl
  • Etwas Butter
  • 1 Zwiebel
  • Tiger-Reis
  • Grüner Salat

Da schau her in der Gewürzkiste findet sich noch ein Brathendlgewürz eines berühmten Sternekochs. Und in der Tiefkühltruhe finde ich noch tiefgefrorene Erbsen. Also wenn mich das jetzt nicht über meine Grenzen hinaus wachsen lässt. Ich bin mir sicher: heute erkoche ich mir den ersten Stern.

Dem Festmenü steht nichts mehr im Wege.

Also ab in die Küche, den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Keulen waschen und trocken tupfen.

In einer großen Schüssel Olivenöl und Brathendlgewürz mischen. Die Keulen gut damit einreiben und in eine feuerfeste Form legen. Nun gut, meine Form ist etwas zu klein. Toll, wie ich die Küchenfertigkeit im Griff habe.

Jedoch, wer einmal Buskofferräume eingeräumt hat, wird doch noch lächerliche 16 Keulen in so eine Form bringen.

Die Keulen wirken als wären sie eine Dose Sardinen. Aber sie haben alle Platz gefunden. Nun noch ein paar Butterflocken drüber und ab in die Wärme. Vorerst für 20 Minuten.

Ich weine. Ich schluchze regelrecht. Krokodilstränen laufen über meine Wangen.

Nein, keine Angst, ich habe mich nicht verbrannt - also zumindest noch nicht. Auch ist sonst nix passiert, ich habe nur die Zwiebel geschnitten.

Ich sehe wieder was. Inzwischen hat auch der Wecker die ersten 20 vergangenen Minuten eingeläutet und ich hole die Keulen aus der Wärme, drehe sie einmal und schiebe sie für die restlichen 20 Minuten ins Rohr.

Nun den Zwiebel anschwitzen, den Reis dazu und Wasser drauf. Reis köchelt. Keulen schmoren. Noch rasch den grünen Salat anrichten, den Tisch decken und sich zurücklehnen.

Ich gönne mir einen Schluck guten Rotweins. So eine kleine Belohnung zwischendurch muss schon sein. Immerhin bin ich auf dem Weg zu meinen ersten Stern.

Der Wecker ruft mich aus meinen Träumen. Keulen sind fertig. Noch rasch eine Handvoll Tiefkühlerbsen zum Reis. Noch 2 Minuten ziehen lassen. Ich bin gut in der Zeit. Während ich mir selbst auf die Schulter klopfe und meine Dankensrede an die Welt für die Verleihung des Sterns vorbereite, stehen meine BUSTIGER-Team-Männer hinter mir und haben Hunger.

So schnell, wie wir 3 das Abendessen verputzt haben, war ich nicht einmal mit der Suche nach einem Rezept. Noch einen guten Schluck Rotwein, ein Prost in die BUSTIGER-Runde. Und ich sage euch, ein ehrlich gemeintes "Gut war es! Wann machst du es wieder?" meiner Männer ist heute mehr wert als ein Stern am Kochhimmel.

Wir wünschen MAHLZEIT!!!