Kärntner Ritschert by BUSTIGER


Ein Rezept mit Geschichte

Nein, heute meine ich keine BUSTIGER-Geschichte. Das Ritschert ist ein Eintopfgericht, dass in einigen Regionen Österreichs, Sloweniens und Bayern bekannt ist. Es ist eine deftige Speise mit einer sehr langen Geschichte.

Es wird aus Rollgerste (Graupen), Bohnen und geräuchertem Schweinefleisch hergestellt. Ritschert ist äußerst geschmackvoll und macht satt.Wo kommt das/der Ritschert her?

Das (der) Ritschert oder auch Ritschet ein Eintopfgericht, welches bereits in den Salzbergwerken von Hallstatt in der Eisenzeit gekocht wurde.

Und nein, ihr lest es hier nicht zum ersten Mal, denn das Gericht wurde bereits 1534 im Kochbuch des Klosters in Tegernsee als ru(e)tschart (gedämpfte Erbsen) genannt.
Noch früher tauchte die Speise (nicht der Name) urkundlich erstmals 1485 im Gailtal/Kärnten auf Burg Kühnegg auf, als "Gerste in fetter Fleischsuppe". Genau diese Speise wurde damals dem Bischof von Caorle serviert.

Jetzt wisst ihr auch, weshalb ich es heute meinen BUSTIGER-Männer vorsetze. Was dem Bischof von Caorle damals bereits serviert wurde, kann ich auch im Mai 2019 servieren - natürlich nur, wenn ich es zusammenbringe. Und fleißige Rezepte-Leser wissen, die Zauberküche durchfegt eine leidenschaftliche Nicht-Köchin.

Woher der Name tatsächlich stammt ist nicht klar bewiesen. Einerseits könnte er vom Kochgeschirr stammen, und zwar vom Schwäbischen Rutsch Kachel (flaches, irdenes Kochgerät). Andererseits könnte die alte Nebenform von rutschen, mittelhochdeutsch rütschen (gleiten, rutschen) die Basis für die Namensgebung sein und auf die Eigenschaft der Lebensmittel hinweisen. Also das "Rutschen", worauf die bedeutungsmäßig ähnliche Rollgerste hinweisen würde.

Eigentlich ist mir momentan alles wurscht, es stellt sich nur eine Frage: wird es meinen BUSTIGER-Männern schmecken? Und ja, ich habe es etwas abgeändert.

Meine Zutaten für 3 Personen:

  • 200 gr. Rollgerste (Graupen) grob
  • 1 Dose weiße Bohnen
  • 2 Frühlingszwiebel, oder 3 oder eine große Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 Sellerie
  • 1 Petersilienwurzel
  • Knoblauch nach Geschmack
  • 1 TL Kümmel ganz
  • 1 TL Majoran
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz und Pfeffer nach Wunsch und Geschmack
  • Geselchtes (wir hatten noch Reste von den Selchripperl)
  • Wasser
  • Petersilie frisch gehackt


Das erste was wichtig ist, dass am Vortag die Rollgerste in Wasser gelegt wird. Das erspart euch viel Kochzeit. Mindestens 12 Stunden sind ideal.

Also dann mal ab zum Kochen.

Wasser vom Rollgerstel abgießen und in neuem Wasser für rd. 15 Minuten leicht köcheln lassen. Danach das ganze Gemüse, außer den Dosenbohnen, dazu und köcheln lassen. Nach rund 10 Minuten die abgewaschenen Dosenbohnen dazu. Wer möchte, kann natürlich am Vortag auch normale Bohnen einweichen und zuvor kochen. Schmecken sicher besser. Aber schneller geht es mit den Dosen.

Kurz vor dem Servieren die Gewürze dazu, durchrühren und anrichten.

Dazu ein herrliches Schwarzbrot.

Und jetzt kommt das große Zittern? Was sagen meine BUSTIGER-Männer? Schwer nervös serviere ich den Topf, das Brot und warte.

Bis auf das letzte Rollgerstel geleert bekomme ich den Topf zurück. Die Frage nach Wiederholung klopft auf meine Schulter. Daran muss sich Frau gewöhnen, ein normales Lob ist bei meinen Männern zu viel verlangt. Ich kann jedoch schon zwischen den Zeilen lesen....

Wir wünschen MAHLZEIT!!!