Im Tal der Geschichten - Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Das Team von bustiger darf sich im Tal der Bauernhöfe, dem größten Freilichtmuseum Österreichs, mit Herrn Mag. Tuder auf eine spannende Reise vom Burgenland bis ins entfernte Vorarlberg begeben.

97 Bauernhäuser aus 8 Bundesländern wurden von deren einstigen Standort abgetragen und hier mühevoll Stein für Stein wieder aufgebaut. Hätten die verrußten Wände und knorrigen Fußböden eine Stimme, würden sie von längst verschwundener Zeit berichten. So können wir nur den Überlieferungen, welche uns unser fachkundiger Begleiter näher bringt, lauschen. Viele Geheimnisse, der oft mehr als 600 Jahre alten Gebäude bleiben aber gut verborgen.

Wir atmen die Stille in unsere Großstadtlungen. Ich kann Besucher verstehen, die einfach hier am Rande der Großstadt ein paar Stunden der Entspannung genießen, sich durch die Landschaft treiben lassen und dem Zwitschern der Vögel lauschen. Mit einer sehr günstigen Jahreskarte ist in der Saison ein fast täglicher Ausgleich zur hektischen Neuzeit eine willkommene Abwechslung.

Herr Mag. Tuder, lädt uns zum Erforschen des Lebens und Alltags unserer bäuerlichen Vorfahren ein. Sein immenses Wissen, aber vor allem seine unheimlich lebendige und spannende Erzählweise lassen die alten Gebäude und deren überlieferten Geschichten zum Leben erwachen. Hie und da haben wir das Gefühl, als würden wir nicht nur in einem Museum sein, sondern tatsächlich mitten im Leben der einstigen Hausbewohner. Die Häuser schmiegen sich perfekt in die Landschaft. Durch die Stille und Abgeschiedenheit haben wir das Gefühl in der damaligen Zeit herzlich willkommen zu sein.

Ein kleiner Hinweis am Rande: bitte beachtet bei eurem Besuch, dass es in vielen Häusern sehr finster ist. Fensterglas war sehr teuer und der Rauch der Feuerstellen, in welchem oft Fleisch geräuchert wurde, hat das Holz schwarz gefärbt. Authentischer kann ein Museum nicht sein.

Neben der allgemeinen Führung durchs Tal der Bauernhöfe werden unterschiedliche Themenführungen wie Mondführungen, Almleben, Rund ums Wetter,... angeboten. Eine jährlich wechselnde Jahresausstellung lädt zum Wiederkommen ein. Kinder erfreuen sich in der autolosen Zone eines unbeschwerten Familienausflugs. Spezielle Rast- und Picknickplätze laden zum Verweilen ein. Hunde dürfen an der Leine mitgenommen werden.

Gruppen sollten auf alle Fälle mindestens 2 ½ Stunden einplanen. Für gehschwache Personen wird ein eigener Taxidienst mittels eines typischen Traktoranhängers angeboten. Eine gemütliche Fahrt vom Burgenland bis nach Vorarlberg erleichtert die Besichtigung. Der Rückweg ist dann ein Kinderspiel. Besonders schön ist der Panoramaweg, der nicht nur einen herrlichen Überblick über die Gebäude gibt, sondern auch einen Blick auf das Museumsgasthaus "Zum Göller" ermöglicht.

Keine Angst, das bustiger-Team war im Museumsgasthaus. Entgegen seines Namens ist es sehr lebendig und vorzüglich. Ein herrlicher Schweinsbraten mit Stöcklkraut hat unsere Herzen erfreut. Leider war alles so schnell gegessen, dass ich auf ein Foto vergessen habe.

Kraut war in der Küche immer schon ein überlebenswichtiger Bestandteil der bäuerlichen Ernährung. Seht ihr die "Ausbuchtung" an der Hausmauer des Silberbergers Getreidekastens? Es ist ein Krautkessel, in welchem die Krautköpfe blanchiert wurden. Nach dem Trocknen kamen die Krautköpfe in eine Krautgrube, in welcher sie mindestens 4 Monate reiften, bis man sie das erste mal essen konnte. So hatte man genügend Vorräte um über den Winter zu kommen.

Veranstaltungen gibt es im ganzen Jahr- Infos auf der Homepage. Wir waren beim Osterhandwerk und Osterbrotbacken im museumseigenen historischen Backofen dabei. Dienstags wird hier in der Saison frisches Brot gebacken.

Alte Traditionen und Bräuche am Leben erhalten und weiter vermitteln liegt dem Museumsteam besonders am Herzen und so sind oft Handwerker zu Gast in Stübing. Wie Salbensieder, Glasmaler, Klöpplerinnen, Spinnerinnen und Korbflechter. Besonders viel tut sich am Erlebnistag, der diesmal am 30.09.2018 ist, wenn über 50 Handwerker ihr Können zeigen.

Ich kann euch sagen, das bustiger-Team war sehr glücklich, dass an diesem recht kühlen Märztag der Schmied sein Können zeigte. So konnten wir nicht nur live miterleben wie brennheißes Eisen zu kunstvollen Formen gebogen wird, sondern uns auch etwas wärmen.

Viele Familiengeschichten gibt es über die alten Bauernhäuser zu erzählen, wie vom armen Waldviertler Bauern, dessen Frau gestorben war und er keinen Sinn mehr im Leben gesehen hat. Er legte Feuer unter seinem Bett und hoffte zu verbrennen. Doch ihm wurde zu heiß und er lief davon, lediglich das Haus wurde etwas in Mitleidenschaft gezogen. Gott-sei-dank nicht allzu viel, sonst hätte es hier keinen Erinnerungsplatz gefunden.

Faszinierend sind die Unterschiede der Bauarten mit dem einfachen Baumaterial aus der Gegend, wie Holz und Flusssteine. Erst durch die Möglichkeit der Wanderung durch 8 Bundesländer fallen die immensen Unterschiede auf, wie im Zaunbau oder beim Dachdecken. Der Bogen spannt sich von Stroh bis zu Holz-Steine-Schindeltechnik.

In Stübing kommen nicht nur so neugierige Menschen wie das bustiger-Team, das immer gerne längst vergangenen Geschichten lauscht, auf seine Rechnung. Architekturfans oder Gartenfreunde werden hier fündig. Besucher auf der Suche nach Ruhe ebenso wie Naturgenießer.

Neben den Bauernhöfen, die meist einer einzigen Familie gehörten, befinden sich öffentliche Einrichtungen am Rundweg. Hier steht ein kleines Kircherl, ein Feuerwehrhaus, eine Schule und die wunderschöne Greisslerei, in welcher es noch heute ein paar Kleinigkeiten zu erstehen gibt. Natürlich musste das bustiger-Team gleich wie anno dazumal einkaufen. Im Gegenteil zu der damals üblichen Art alles anschreiben zu lassen, haben wir aber gleich bezahlt. Im Greisslerladen steht auch eine uralte Registrierkasse - noch in Schilling.

Mittlerweile sind wir in Vorarlberg angekommen und haben das erste Haus mit Vorhang und großen Fensterscheiben betreten. Auf der einstigen Textilstraße stand dieses recht große Anwesen, das im Inneren sehr viel freundlicher als die bisherigen Häuser ist, erzählt Herr Mag. Tuder. Es hat keine typische Rauchkuchl mehr, sondern schon einen schönen Kamin. Ebenso sehen wir das erste Mal Sonntagsgewand und ein paar andere Utensilien, die damals der Familie den Status als "reich" eingebracht hat.

Mit dem Plaudern, dem Lachen und dem Aufsaugen der Informationen ist die Zeit wie im Fluge vergangen und schwupps stehen wir im letzten Haus auf rund 1.700 m Seehöhe. Nun gut, wir stehen nicht wirklich so hoch und wir sind nicht wirklich in Vorarlberg. Wir stehen im letzten Haus des Museums.

Aber höre ich nicht doch die Kuhglocken läuten? Kommen die Tiere nicht gerade unter Zurufen des Senners von der Alm Richtung Stall? Sehe ich nicht den herrlichen Käse, der hier produziert wird und rieche ich nicht die frische Milch? Ich stapfe durch den Stall. Fast habe ich das Gefühl, als streift mich die erste Kuh.

Lebhaft, glaubwürdig und mit viel Spannung hat uns Herr Mag. Tuder durch die Geschichte der Bauernhäuser vom Burgenland bis ins entfernte Vorarlberg gebracht.

Ich schaue auf die Uhr, wo sind die Stunden hingekommen? Wir können uns wirklich nur für die Gastfreundschaft und Ausdauer bedanken. Es war viel mehr Zeit als wir je geplant haben und dennoch hatten wir nie das Gefühl gehetzt zu werden. Viele Fragen wurden geduldig beantwortet, oft haben wir gelacht und viele Schicksale der einstigen Bewohner in uns aufgesaugt. Hin und wieder hatte ich das Gefühl mitten in das Leben der Menschen zu trampeln - oder war es nur die kurze Phase, als sich meine Augen an die Finsternis gewöhnt haben? Hörte ich tatsächlich in den Häusern Stimmen der Vorfahren oder waren es lediglich andere Besucher, die sich unterhielten? Der Geruch der Rauchkucheln klebt in meinen Haaren, der Geschmack des frischen Brotes ist in meinem Mund, die Stille der Landschaft erfreut meinen Geist. Und wo ist eigentlich Samir?

Der Lauser sitzt schon im Museumsgasthof bei einem Glas frischen Biers.

Wer einmal selbst aktiv sein möchte, dem lege ich die Museumsrallye ans Herz (für Gruppen wie Betriebs- uns Vereinsausflüge).

Für Seniorengruppen empfiehlt sich eine kleine Führung, eventuell mit romantischer Traktorfahrt und Einkehrschwung im Gasthaus, wo noch gut und traditionell gekocht wird.

Für Familien mit Kindern ist Stübing eine große Spielwiese - gibt es keinen Autoverkehr, gute Luft und viel Freiraum sowie Spannendes zu entdecken.

Ich könnte euch noch soviel erzählen, vom Vier- und Dreikanthof, von alten Holzschindeln und Holznägeln, von Köhlerhütten, vom Brotbacken und von der Anordnung der Tiere im Stall. Von Bänken mit drehbaren Rückenlehnen und Tafelbetten, von Almhütten und finsteren Hochzeiten.

Nur ich könnte nie so spannend und informativ erzählen wie ein Begleiter im Tal der Bauernhöfe, daher macht euch gleich auf den Weg nach Stübing. Ich lege jetzt Samir in sein Bettchen und werde mal die Rauchkuchl, die im Museum für die BesucherInnen regelmäßig Donnerstags geheizt wird, gesondert einheizen.

Zu guter letzt noch ein Hinweis: fotografieren ist für private Zwecke erlaubt. Beachtet aber bitte, dass es wie gesagt in den Häusern sehr finster ist. Nur mit einer guten Kameraausrüstung gelingen euch romantische und authentische Aufnahmen. Und passt bitte auf die niedrigen und rußigen Holzbalken auf! Im österreichischen Freilichtmuseum in Stübing lebt Geschichte!

Kontaktdaten:

BUSTIGER-Partner: Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Adresse:                 8114 Stübing bei Graz

Telefonnummer:  03124/53700

Mailadresse:         service@freilichtmuseum.at  bzw. gruppen@freilichtmuseum.at 

Alle Wege führen ins Österreichische Freilichtmuseum Stübing:

Anreiseinformationan auf der Seite unseres BUSTIGER-Partners:

https://www.freilichtmuseum.at/information/anreise/


Weitere interessante Infos zu unserem Partner:

Busparkplatz: ja, kostenfrei

Stufen: ja, bei und in den einzelnen Häusern

Barrierefrei: bedingt, ist ein Waldareal, daher mit kleinen Steigungen zu rechnen und unebenen Böden. Für Gehschwache Personen besteht die Möglichkeit mit einem Traktoranhänger ans Ende des Museums gebracht zu werden, somit ist nur noch eine Strecke zu bewältigen. In der Mitte des Museums ist ein Gasthaus. Achtung: in den Häusern ist es oft sehr dunkel

Behinderten-WC: ja, im Eingangsbereich und beim Gasthaus in der Mitte des Museums

Wickelraum: ja, beim Gasthaus in der Mitte des Museums

Hunde: ja, an der Leine

Gastronomie: ja (von bustiger getestet - sehr empfehlenswert)

Einkaufsmöglichkeit: ja, im Shop und im kleinen Greisslerladen, sowie bei diversen Sonderveranstaltungen im Laufe des Jahres

Ausflugsplanung: ja

Empfohlene Aufenthaltszeit: mindestens 2 ½ Stunden

Eigene Schulprogramme: ja, siehe https://www.freilichtmuseum.at/fuehrungen/schulklassen/

Hochzeitslocation: nein

Seminarlocation: auf Anfrage

Kinderspielplatz: ja

Eigene Veranstaltungen: ja, sehr viele sogar

Sonderveranstaltungen: Geburtstage, Familienfeiern, Firmenevents auf Anfrage

Ermässigungen: diverse, siehe Homepage, u.a. Steiermark-Card

Fremdsprachen: Englisch, sowie div. Sprachen über die Grazer Guides

Voucher: ja, auch für die Gastronomie

Mit freundlicher Fotogenehmigung von unserem bustiger-Partner sowie aller beteiligten Personen. Bezahlte Werbeeinschaltung. Text: Renate Stigler nach Angaben des Partners, Fotos: lichtkroko, www.lichtkroko.eu